staTThus Monitoring

Diese Internetseite ist nicht die "offizielle" Seite der Genossenschaft. *²

Das Projekt staTThus startete Ende 2013. Nach vielen guten und einigen schlechten Situationen kam der Durchbruch doch unerwartet: staTThus wurde als eines der wenigen Modellprojekte der Bundesrepublik Deutschland ausgewählt. Das eingereichte Konzept war nicht sehr besonders anders, als das Konzept vieler weiterer Projekte, aber es gab Besonderheiten, die hier genannt sind:

  • alle Mitglieder sind gleichberechtigt
  • Entschieden wird im Konsens
  • Entscheidungen gibt es nur im Plenum

Es war nicht immer einfach, diese Leitgedanken mit Leben zu erfüllen, im Großen und Ganzen gelang es für einige Zeit dennoch.

Alle Mitglieder sind gleichberechtigt. Das klingt einfach, übersichtlich. Das ist es nicht: Wenn ein Vorstandmitglied nicht mehr Rechte als ein anderes Mitglied haben soll, dann ist dies nur umsetztbar, wenn sich alle Mitglieder daran halten wollen. Wenn ein Vorstandsmitglied das nicht mehr will, ist innerhalb von Minuten das Konzept nicht mehr wert, als das Papier, auf dem es steht. Umsetzbar ist dies nur dann, wenn man sich auf alle Mitglieder verlassen kann. Die Struktur einer Genossenschaft, mit dem üblichen Machtgefüge von Oben nach Unten, bietet jede Möglichkeit, dann doch diese Macht auszuüben.

Es geht dabei um das Vertrauen.

Im Frühjar 2020, ein Jahr nach dem Bezug des umgebauten Schulgebäudes, kam es zu einem Bruch dieses Vertrauens.

4 von 23 Partien haben das Projekt verlassen, weil dort für sie ein Leben unter den jetzigen Bedingungen nicht mehr möglich ist. Zwei weitere Familien haben das Projekt verlassen, die Gründe dafür sind komplex und haben auf den ersten Blick mit dem Bruch nichts zu tun. Der zweite Blick ist dann anders. Eine weitere Wohnung steht zum Verkauf. Ein zweiter Blick ist entscheidend. Seit Februar 2019 (Einzug) sind damit 7 Wohnungen bereits von den ursprünglichen Bewohner*innen aufgegeben worden. Das sind fast ein Drittel der Wohnungen (23 Wohnungen). Woran liegt das? Ist ein Wohnprojekt zu anspruchsvoll? Oder ist es zu wenig anspruchsvoll?

Auf der offiziellen Internetseite der staTThus eG findet sich kein einziges Wort über die Spaltung. Ist dies so legitim? Müsste ein Wohnprojekt, welches als Modellprojekt der BRD Fördermittel in Höhe von 200.000 € bekommen hat, nicht zumindest vor diesem Hintergrund ein Monitoring betreiben? Müsste ein Wohnprojekt nicht die Frage klären, welche Prozesse schief gelaufen sind?
Es ist sehr viel schief gelaufen, nach meiner Meinung.

Hier erfolgt der Versuch einer Beschreibung der schief gelaufenen Prozesse im Wohnprojekt staTThus. Diese Beschreibung kann anderen Wohnprojekten vielleicht dabei helfen, aus Fehlern zu lernen, ohne sie selbst machen zu müssen.

Verfasst wurden alle Beiträge von Michael Graf und diese Seite bildet daher einen privaten Blick auf die geschehene Spaltung.

 

 

*² Die Seite der Genossenschaft hat diese Adresse: statthus-husum.de