Plenum wegputschen

Wie macht man das, ein basisdemokratisches Plenum zu erlegen? Ein Lehrstück:

  • zunächst benötigt man Whatsapp. Damit kann man sich in einem Nebenplenum radikalisieren und Pläne schmieden
  • man sammelt Unverständnis zum Konsens, Basisdemokratie oder zur gewaltfreien Kommunikation, äußert dies jedoch nicht im Plenum.
  • man benötigt im richtigen Moment einen Grund, das Plenum ausfallen zu lassen. Hier war es Corona. Leider wären es ja nun zu viele Menschen auf zu wenig Raum
  • dann setzen sich Radikalisierte zusammen. Hier waren es mehr Menschen, als in den letzten 10 Sitzungen des Plenums (im Durchschnitt). Diese Gruppe nennen wir vereinfacht das Corona-Kabinett.
  • das Corona-Kabinett setzt sich zusammen aus dem Vorstand (der nur verwalten sollte), dem Aufsichtsrat (der nur verwalten sollte), und selbst ernannten "Beiräten", die allesamt mit der Basisdemokratie fremdeln.
  • im Corona-Kabinett befindet sich ein Vorstand, der bei den letzten 24 Sitzungen des Plenums 21 mal nicht anwesend war, ein Vorstand, der die mangelnde Bereitschaft der Familien bei den Arbeitssamstagen verächtlich kritisiert und sich Stunden später als deren Anwalt ausgibt und einem Vorstand, die schon vorher wusste, wer als nächstes das Wohnprojekt verlassen wird. Weil diese Menschen Vorstand sind, brauchen sie sich an Beschlüsse nicht zu halten, die vom Plenum (mit ihnen zusammen) gefasst wurden: Die Arbeiten des Hausmeisters sollten immer vom Plenum freigegeben werden (systemisch konsensiert) . Nun nicht mehr nötig, weil Vorstandsentscheidung. Beispiele über Beispiele zur Vernichtung der Beschlüsse der Basisdemokratie.
  • auf der Internetseite steht: Alle Bewohner*innen sind gleichberechtigt und Beschlüsse können nur im Plenum erfolgen. Daran kann man sich entweder nicht mehr erinnern oder man hat dies tasächlich noch nie verinnerlicht.
  • das Corona-Kabinett fertigt ein erstes Protokoll an: 

    <<Der Vorstand führt die Geschäfte und legt alles, was zur Beschlussfassung ins Plenum gehört, dort vor. Beschlüsse werden in der erweiterten Vorstandsitzung wie bisher nicht gefasst. Zusätzlich zum Vorstand nehmen an diesen Sitzungen der Aufsichtsrat und die eG-Gruppe teil. Diese unterstützt den Vorstand in seiner Arbeit. Dieses Vorgehen wird auch über die Corona-Zeit hinaus fortgeführt.>>

  • der Beschluss des Corona-Kabinetts lautet also: nicht das Plenum entwickelt den Prozess vom Anliegen zum Beschluss, sondern das Corona-Kabinett.
  • dieses Vorgehen wird auch über die Corona-Zeit hinaus fortgeführt, lautet der Beschluss, der nicht beschlossen wird, weil das Corona-Kabinett dies nicht tue. So steht es geschrieben.
  • Eine Tagesordnung des Corona-Kabinetts wird nicht zuvor veröffentlicht und es gibt auch keine Mitwirkung dabei. Man darf als Gast anwesend sein, aber nur nach Voranmeldung.
  • von da an, darf eine gemeine Genoss*in aus den Protokollen des Corona-Kabinetts die dort getroffenen Beschlüsse lesen. Auf Nachfragen, wie das denn nun beschlossen wurde, gibt es keine Antwort, oder die Antwort: "weil das so ist und so sein muss". Plenum gibt es nicht mehr. Wenn man meint, man brauche eine Generalversammlung, dann ist dies die einzige Ausformung von Mitsprache.
  • Zensur wird eingeführt: Man darf in den internen BLOG nur etwas schreiben, wenn man sich im Sinne des Projektes austauscht. Was im Sinne des Projektes ist, bestimmt das Corona-Kabinett. Dann werden Beiträge gelöscht oder nicht zugelassen (zur Überprüfung einreichen).
  • das Corono-Kabinett vereinbart Stillschweigen über die Vorgänge in diesem "Parlament". Weil ein viertes Mitglied im Vorstand dies nicht will, legt man ihr den Rücktritt nahe. Ganz einfach.
  • dann braucht man noch willfährige Bewohner*innen, die das schon immer so haben wollten, einfach bequem sind oder Angst haben, etwas zu kritisieren, weil sie dann ausgegrenzt werden. Vier Partien verlassen das "Projekt", weil sie dies nicht mitmachen wollen. Angenehmer Nebeneffekt: Diese Bewohner*innen nervten sowieso. Reisende soll man nicht aufhalten. Allerdings waren dies Menschen, die für die Basisdemokratie eintraten. In der Provinz ist dies wohl zu anspruchsvoll.
  • die schwere Schuld, dass man genau weiß, dass es sich um einen Putsch handelt, sorgt nicht für eine Besinnung der Gruppe, sondern für destruktive Energie bei Ausgrenzung. Ausgegrenzt werden die vier Partien, die nun ausziehen. Man könnte diese Menschen nun in Ruhe auziehen lassen. Tut man nicht, sie werden als Täter eingestuft und diskreditiert. Die Menschen, die ihr Heil in harter Ausgrenzung suchen, werden von ihnen selbst als Opfer dargestellt. Tatsächlich opfern die vier Patien ihre Idee von Gleichberechtigung im staTThus.
  • die nun regierenden Vorstände sind rein zufällig zu ihrem Posten gekommen, da eine Rotation des Amtes erfolgen sollte. Sie haben vom Plenum kein Mandat erhalten, Entscheidungen zu treffen.
  • Fertig