Geschichte

Ratespiel:

Wie ist der Name "staTThus" entstanden? Wer dies weiß, sendet die Antwort an info[at]archigraf.de

Hauptgewinn: Die Leitlinien des staTThus von 2013, ausgedruckt auf DIN A3

 

Geschichte der Gruppe staTThus, von 2013 bis 2020, ältere Geschichte von unten beginnend

 wird fortgeführt...

Systemisches Konsensieren:

erstes begleitetes Treffen: gewaltfreie Kommunikation. Anhand von Beispielen wollte die Gruppe in das Wesen der gewaltfreien Kommunikation und des systemischen Konsensierens eingeführt werden. Es ging im weitesten Sinne um empfundene Ungerechtigkeit im Projekt. Mitglieder, die aus persönlichen Gründen an gemeinschaftlichen Aufgaben wenig teilnahmen, empfanden einerseits die Mitglieder, die viele Aufgaben bisher gerne bearbeitet haben, als Druckmacher. Die Mitglieder, die bisher gerne an den vielen Aufgaben gearbeitet haben, verging andererseits langsam die Lust daran, weil die wenig mitarbeitenden Mitglieder den Druck als Last empfanden. Dies wurde unter der Hilfe der Begleitung gut deutlich, ohne Verletzungen zu hinterlassen. Zudem wurde wieder der Konsens ein Thema. Einige Mitglieder vertraten die These, dass wir meilenweit vom Konsens entfernt seien. Sie entwickelten daraus den Wunsch, das systemische Konsensieren zu erlernen. Die genannten Mitglieder hatten die Hoffnung, dass so der wirkliche Konsens erreicht werden könne. Es ging hier auch immer darum, wie die Leitlinien konkret ausgestaltet werden können. Und es ging darum, dass es ein Wohnprojekt als selbstverständlich ansieht, dass Selbstbestimmung, Selbstverwaltung und Selbstständigkeit jeweils das Wort "Selbst" enthält.

weiterer Verlauf: Es ging um die Verteilung der notwendigen Arbeiten. Es ging um das konkrete Ausleben der Leitlinien und des Konsens. So waren Reibungspunkte zu sehen, ein Spannungsverhältnis zwischen den Gemeinwohl auf der einen und den persönlichen Ansprüchen auf der anderen Seite. Der Konsens wurde zunehmend als anstrengend empfunden. Es wurden viele Punkte im Plenum besprochen, die viel Zeit beanspruchten. Das Plenum fand daher weiter ein Mal pro Woche statt. Es mussten weiterhin viele Arbeiten ausgeführt werden, die wir aus den Baumaßnahmen heraus nehmen mussten: Das Geld war einfach alle, daher wurden vor dem Einzug einige Punkte aus dem Baukatalog gestrichen: Es gab keine Steckdosen in den Abstellräumen, diese wurden schmerzlich vermisst. Die Kellerräume sahen nach Rohbau aus: nicht gestrichen, einige Löcher in den Wänden. Die Türen aus dem Bestand mussten selbst gestrichen werden (vielen Dank an Herrn Bellendorf für den kostenlosen Workshop!). Es wurde langsam klar, dass viele Arbeiten von wenigen Mitgliedern ausgeführt wurden.

29.06.2020 Einweihungsfeier 15:00 bis 18:00 Wir hatten uns eine Zeit für das Ankommen gegeben, damit das Einweihungsfest einen Höhepunkt nach dem Auspacken der Kartons darstellen kann. Wir hatten viel Besuch, sehr viele Führungen durch Wohnungen und vom Forum gemeinschaftliches Wohnen wurden uns von Frau Reimers Grußworte der Bundesrepublik Deutschland überbracht.

Zwischenzeit. Es gab viel zu tun: Der Gemeinschaftsraum (mit dem Einbau der Gemeinschafts-Küche) und weitere schwere Brocken warteten darauf, in Besitz genommen zu werden. Es sah gut aus: Die Bereitschaft zur Mitarbeit wurde überwiegend als Anreiz angesehen, sich besser kennen zu lernen. Dennoch hatte das Plenum viel zu tun. Das Plenum war der einzige Ort, an dem Entscheidungen getroffen wurden. Alle weiteren Organe, die vom Gesetz vorgeschrieben sind, sollten lediglich Verwalten (Vorstand eG, Aufsichtsrat eG, WEG, Hausverein, GbR). Es wurden neue Arbeitsgruppen gegründet, die dem Plenum Vorschläge unterbreiten sollten. Die Arbeitsgruppen sollten das Plenum entlasten, also bereits gut ausgearbeitete Konzepte vorlegen. Entschieden wurde tatsächlich im Konsens, obgleich es immer mal wieder Ansätze gab, kurz mal einfach eine Abstimmung herbeizuführen.
Das Ringen um den Konsens muss gelernt werden. Niemand ist davon ausgegangen, dass dies einfach gelingen wird. Bis zum Einzug gab es hier eine große Einigkeit, nun kamen auch persönliche Vorstellungen ins Spiel, die das konkrete Zusammenleben darstellen. Was nun nicht mehr gut ankam, war der Hinweis der Initiatoren, dass alle Bewohner*innen zum dem Kurs eingezogen waren, der eindeutig in den Leitlinien und deren Umsetzung in der Entwicklungszeit vorgegeben war. Sollte es Tendenzen geben, diese Leitlinien später zu verändern, so kann dies auch nur im Konsens passieren. Ab und an war das Mitgliedern nicht recht klar. Sie hatten dies als Bevormundung verstanden, dies aber nicht gesagt.

26.01.2019 die ersten Wohnungen werden bezogen, die Arbeit geht weiter.

29.06.2018 Dichtfest

02.06.2018 Mauseberge-Rally

06.04.2018 schriftliche Förderzusage IB.SH

14.04.2018 Teilungserklärung fertig.Die Teilungserklärung ist einer der letzten zähen Brocken, die vor der Förderzusage der IB.SH fertig sein müssen. Die Genossenschaft ist eine der fünf Eigentümer*innen und vertritt die Mieter*innen mit 19 Stimmen in der Wohnungseigentümergemeinschaft. Wir hatten uns entschieden, dass auch vier Eigentümer*innen jeweils eine Wohnung als Eigentumswohnungen erwerben dürfen. Die Teilungserklärung sollte für eine Gleichstellung innerhalb des Projektes sorgen. Rechtlich gesehen, ist dies weitestgehend gelungen.

Die Teilungserklärung enthält eine Präambel: Der Wille der Eigentümer ist es, auf diesem Grundbesitz unter gemeinschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten ein gemeinsames Wohnprojekt zu schaffen, das soziale Qualität ermöglichen und insbesondere nachbarschaftliche Unterstützung und Hilfe fördern soll Die Eigentümer haben hierzu bereits in dem Jahr 2013 ihre Vorstellungen und Ziele, insbesondere bezogen auf das Zusammenleben, die Finanzierung, die Mitbestimmung der Gemeinschaft, Ökologie, Inklusion, Gesellschaftsform und bauliche Gestaltung im einzelnen definiert und seitdem fortgeschrieben. Insoweit ist der Inhalt dieser Teilungserklärung einerseits das Ergebnis eines langjährigen intensiven Diskussionsprozesses und andererseits - insbesondere hinsichtlich der rechtlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen - des einzelnen Wohnungseigentümers- der ausdrückliche Wille jedes einzelnen Eigentümers.

Dabei soll es für das nachbarschaftliche Zusammenleben keine Rolle spielen, ob eine Wohnung von einem Eigentümer selbst oder einem Mieter bewohnt wird. Diese Gemeinschaftsgedanken sollen über die "erste Generation" der Eigentümer und Bewohner hinaus erhalten bleiben und auf Dauer gesichert sein. Sämtliche Eigentümer sind sich - auch als Mitglieder der Genossenschaft - einig, dass alle Wohnungen zu einem einheitlichen Preis pro Quadratmeter Wohnfläche an die Genossenschaft und die übrigen Eigentümer weitergegeben werden.

Die damit verbundenen Einschränkungen ihres individuellen Eigentums sind ihnen bewusst, ebenfalls von ihnen auf Dauer beabsichtigt und werden von ihnen gerade nicht als rechtliche und wirtschaftliche Einschränkung des Einzelnen, sondern vielmehr als Ausdruck der Gemeinschaft angesehen, gewollt und Wert geschätzt.

23.01.2018 Finanzierungszusage GLS förmlich

13.01.2018 Workshop Gemeinschaftsbildung

28.12.2017 staTThus eG ist im Grundbuch eingetragen und nun formell alleinige Besitzerin des Grundstücks

07.12.2017 GFK gewaltfreie Kommunikation wird Thema und Anspruch

06.12.2017 faktischer Baubeginn (Abrissarbeiten und Entkernung)

08.11.2017 Wohnungsweise Besprechung der Elektrik, Heizung, Sanitär und Lüftung

25.10.2017 neue Mitglieder in Vorstand und Aufsichtsrat

05.10.2017 Wohnungsgrundrisse fest.

19.10.2017 Förderantrag IB.SH abgegeben

04.10.2017 werden die gezielten Wohnberechtigungsscheine von der Stadt Husum unterzeich-net. Die gezielten WBS sind die Lösung für einige zu groß geratene Wohnungen. Ein Dank an den Leiter des Stadtbauamts.

25.09.2017 viele Mitglieder haben einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Das wussten die Mitglieder nicht. Es bricht Hektik aus. Am Ende sind es dann neun geförderte Wohnungen.

17.09.2017 Das Eigenkapital der noch freien Wohnungen bestreiten Mitglieder aus dem Projekt

09.09.2017 Baustellenfest

23.08.2017 zwei Folge-Austritte nach Ausschluss des Mitglieds

13.07.2017 Baugenehmigung

15.05.2017 Besuch beim „Föhreinander“ und einer Familie, die das Projekt dann zwar bezieht, später jedoch die Hoffnung aufgeben wird, diese Gruppe würde inkludieren statt exkludieren. Die Familie verlässt im September 2020 das Projekt

26.04.2017 Die Entfremdung eines Mitglieds von den Zielen des Wohnprojektes wird offensichtlich. Das Mitglied wird Ende Juli aus der eG ausgeschlossen, was heftige Wellen unter den Mitgliedern schlägt. Zuvor hat sich der Vorstand und der Aufsichtsrat (verstärkt durch Berater*innen aus dem Projekt) nach intensiven Beratungen über Wochen mit täglichen Treffen und unzähligen Telefonaten zu der Notbremse entschlossen. Der Entscheidungsprozess war lang und belastend, es war keine Entscheidung des Plenums. Das Plenum zeigt sich nach der Entscheidung Schockiert bis Erleichtert. Dieser Ausschluss eines Mitglieds wird nicht umfassend verarbeitet. Das war ein Fehler. Es sollten gerade neu gewonnene Mitglieder nicht verstört werden. Es wurden Einzelgespräche angeboten, weil die schmutzige Wäsche nicht im Plenum gewaschen werden sollte. In den Einzelgesprächen wurden die Gründe für den Ausschluss teils als private Auseinandersetzung zweier Mitglieder der Gruppe verkauft. Man habe sich von dem nützlicheren Mitglied nicht trennen wollen, also das weniger nützliche Mitglied exkludiert. Diese Erklärung war zwar kurz, aber fatal. Die neuen Mitglieder haben nun Angst davor, sie könnten auch unnütz werden und sie haben Angst vor dem nützlicheren Mitglied, dass im Projekt verbleibt. Hier hätte eine Mediation durchgeführt werden müssen, um die Gruppe mit nehmen zu können und ein Start in die zukünftigen Aufgaben verabredet werden müssen.

21.04.2017 Bauantrag unterzeichnet

26.02.2017 Das erste Kind mit Mutter wird aufgenommen. In der Folge kommen weitere Familien dazu.

30.01.2017 Eintrag der staTThus eG in das Genossenschaftsregister

Zwischendurch beginnt wieder eine Phase mit vielen neuen Mitgliedern, mit sehr kurzen Teil-nahmen als GenossInnen und ständigem Bangen und Umorganisieren von Wohnungen für Familien, die dann doch nicht kommen. Andere Interessent*innen werden auf harte Proben gestellt.

14.12.2016 Treffen mit der IB-SH

09.11.2016 Generalversammlung mit dem Beschluss, das Gebäude mit Grundstück laut Vertrag zu erwerben. Entlastung Vorstand

05.11.2016 zweite Mediation mit Peter. Thema: Umgangsformen unter den Mitgliedern.

26.10.2016 Gründung GbR

19.10.2016 Kaufvertrag unterzeichnet

29.07.2016 Wir engagieren einen Rechtsanwalt aus Schleswig und treffen uns mit ihm. In der Folge gibt es viele Gespräche mit der Verwaltung, in denen unser Rechtsanwalt der Verhandlungspartner*in, der Stadt Husum, die Gesetzeslage erklärt.

23.06.2016 Kaufvertragsentwurf der Stadt mit Fristsetzung

21.05.2016 Zeitungsartikel in den HN zum Poller als begrenzendes und verkehrslenkendes Instrument für die Erschließung des Geländes. Der Poller sollte großen Fahrzeugen den Weg über unsere Zufahrt ermöglichen, die Fahrzeuge der Mieteri*nnen der Wohnungen des Investors sollte über ihre eigene Zufahrt das Gelände auch wieder verlassen.

28.04.2016 Der Hauptausschuss will uns eine Frist setzen. Wir sollen innerhalb eines Monats den Kaufvertrag unterschreiben, ansonsten wird der Beschluss zurückgenommen. Die Verwaltung muss einräumen, dass wir nicht unterschreiben können, da der Vertrag und der Lageplan nicht fertig sind.

27.04.2016 Stadt Husum, der Kämmerer: „Sehr geehrter Herr Graf, wir haben gestern die Vermessung des Trommelbergs beauftragt. Daraus werden die Grenzen des zur ehemaligen Pestalozzischule gehörenden Grundstücks resultieren. Das Ergebnis der Vermessung erhalten Sie umgehend nach Eingang."

18.04.2016 Die Grenze wird wieder zurückgeschoben, der Poller bleibt jedoch versenkt. Wir bekommen keinen neuen Lageplan und sollen nun so kaufen. Wir bestehen auf einem Lageplan und erinnern wöchentlich an den nicht fertigen Vertragstext.

05.04.2016 Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Liegenschaftsamt, dem Kämmerer und einem Vertreter des Stadtbauamtes.

22.03.2016 Die Verwaltung erklärt ihren Willen, das zweite Grundstück an einen Investor zu verkaufen, mit falschen Grenzen, ohne den Poller und ohne jegliche Rücksicht auf ein Projekt zu nehmen, welches von der Bundesrepublik Deutschland als Modellprojekt ausgewählt wurde. Wir bitten den Bürgermeister um Hilfe und bekommen einen mündlich zugetragenen Aufschub des Verkaufes an den Investor. Wir fordern die Einhaltung der Zusagen der Verwaltung: Die Grenzen aus dem Lageplan 7a (aus dem Hauptausschuss) und den zugesagten Poller. Wir erwarten eine Unterstützung unseres Modellprojektes als Bereicherung des Angebotes in der Stadt Husum.

21.03.2016 Wir erklären unseren Willen zum Kauf des Grundstücks, mit den Grenzen aus dem Hauptausschuss und dem Poller.

17.03.2016 In der Sitzung des Stadtverordnetenkollegiums wird die Schenkung der Erschließung an den Investor als „Ausrutscher“ der Verwaltung bezeichnet und so von den StadtvertreterInnen hingenommen. Wir dagegen sollen die Erschließung unseres Neubaus auf eigene Rechnung bestreiten. Wir wissen davon schon seit dem 07.02.2016

13.03.2016 Der neue Lageplan der Verwaltung (V21-1) entspricht an keiner Stelle der Grenzziehung aus dem Hauptausschuss, die Prüfung war sehr aufwendig. Wir lehnen diesen Plan ab, der zugesagte Poller ist nicht eingezeichnet. Im Gegenteil ist die Erschließung als Einbahnstraße ausgebildet. Auf unserem Grundstück ist nun ein öffentlicher Spielplatz eingezeichnet. Keine einzige dieser Änderung wurde mit uns abgesprochen. Diese Änderungen treffen unser Konzept zentral und gefährden es, es handelt sich um Übergriffe der Verwaltung. Wir lehnen schriftlich ab.

06.03.2016 Infotag mit großer Resonanz und neuen Mitgliedern. Josef Bura, Wolfram Tietz, Fred Heinsohn, Liz und Malte waren da. Wir haben uns gut präsentiert.

01.03.2016 Treffen IV im Rathaus zur städtebaulichen Planung. Es wird ein Lageplan mit einer falsch eingetragenen Grenze präsentiert. Gesprächsvermerk: „Der dargestellte Grenzverlauf stimmt… nicht mit dem Verkaufsbeschluss vom 12.11.2015 überein.“ Die Erschließung des Neubau-Grundstücks kommt auf das Grundstück des Investors, aber direkt an unserem Gemeinschaftsraum vorbei und über die „Gemeinschaftswiese“ hinweg.

11.02.2016 Der Kämmerer hatte uns gedroht, nun kaufen zu müssen, da ansonsten der Investor auch das Schulgebäude kaufen werde. Wir telefonieren mit dem Investor, der uns erklärt: Niemals habe er ein Interesse an dem Schulgebäude gehabt.

21.12.2015 Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Kämmerer, dem Leiter des Liegenschaftsamtes, dem Leiter des Stadtbauamtes und dessen Mitarbeiter. Das Versprechen zur Umsetzung des Lageplanes aus dem Hauptausschuss in Baurecht wird im Prinzip bestätigt, jedoch als „Kommunikationsproblem“ bezeichnet. Wir könnten uns jedoch auf die Grenzen aus dem Lageplan 7a verlassen.

03.12.2015 Der Hauptausschuss bestätigt die Grenzen aus dem Lageplan 7a, lehnt einen Zukauf als Erweiterung der Gemeinschaftswiese ab. Wir wollten unseren Lageplan durch den Zukauf retten.

27.11.2015 Zusage für den Poller als Absperrung zwischen den Erschließungen: „Der Anschluss der Erschließungsstraßen des restlichen Trommelbergs an die Zuwegung der Pestalozzischule ist vom Leiter des Stadtbauamts lediglich für Müll‐, Rettung‐ und Feuerwehrfahrzeuge geplant. Für den laufenden Verkehr ist ein Poller vorgesehen, der eine Umfahrung unmöglich macht.

17.11.2015 Der Leiter des Stadtbauamtes sendet uns einen Lageplan zu, nach dem wir für die Vertragsgestaltung um Material gebeten hatten. Der Hof im Nord-Osten wird entgegen der Absprache um fast 16 Meter nach Norden verschoben, das Konzept der Gemeinschaftswiese im Bezug zu unserem Quartiersmanagement ist nun verloren. Dies war ein zentraler Punkt im Wettbewerb um die Fördermittel. Ein Wendepunkt im Vertrauen zum Stadtbauamt. Der Leiter des Stadtbauamtes nimmt an den Gesprächen nun zunächst nicht mehr teil, sagt einen Infotermin zu unserem Stammtisch ab. Die Politik hatte ihn zu diesen Schritten gezwungen, was erst später klar wurde. Dies war ein Fehler. Wir haben uns auf Zusagen des Leiters des Stadtbauamtes verlassen, bevor diese Zusagen von der Politik gebilligt wurden. Man darf sich nicht auf Zusagen verlassen, die von der Politik noch gebilligt werden müssen. Der Leiter des Stadtbauamtes war schon zu einem Spielball geworden und konnte sich selbst auf Zusagen aus der Politik nicht verlassen. Er verließ später selbst die Stadt Husum als Arbeitgeber und hat sich einen neuen Arbeitsplatz gesucht.

08.11.2015 Gründung der Genossenschaft. Zuvor steigen zwei Mitglieder aus, was einen Dominoeffekt auslöst. Wir schaffen es, unter Tränen, genau so viele Gründungsmitglieder zu finden, wie sie zur Gründung der Genossenschaft notwendig sind.

Diskussionen zum Inhalt der Satzung werden Konkret. Wir haken an einen Thema fest: Verspätete Lebenspartner. Es gibt ein Mitglied, dass auch Partner, die zu einem/r Bewohner*in später in die Wohnung zieht, von der Gruppe auf die "Eignung" für das Projekt prüfen will. Alle anderen vertrauen auf die Fähigkeit der Mitglieder, sich geliebte Lebenspartner alleine aussuchen zu können. Wir mogeln uns um die Diskussion herum und finden eine doppelte Verneinung, die das Problem versteckt. Das war ein Fehler. Solche gravierenden Fragen müssen offen ausdiskutiert werden, auch wenn es schmerzlich ist. Das Thema kommt so oder so wieder zum Vorschein, vor allem, wenn das Problem nur versteckt wird.

22.10.2015 erste Mediation / Gesprächsführung durch Peter Herholtz. Es geht um die Annahme oder um die Ablehnung des letzten Angebotes der Stadt Husum. Nach der Mediation verlässt ein Mitglied die Gruppe. Die Mediation wird als sehr gut bewertet, fachlich und menschlich. Wir bedanken uns bei Peter.

15.10.2015 Hauptausschuss: Wir erhalten keine Gelegenheit zur Erläuterung unser Bedenken gegen die Wertermittlung. Der Hauptausschuss beschließt den Verkauf auf Basis des Lage-plans 7a, hier sind Grundstücksgrenzen angegeben. Es gibt keine Reduzierung des Kaufpreises, es wird genau nach Wertermittlung verkauft. Die Gruppe steht vor einer schweren Zerreißprobe.

14.10.2015 UPLA beschließt 100% Sozialwohnungen auf dem Teilstück Trommelberg. Daraufhin steigen einige Mitglieder aus dem Projekt aus

13.10.2015 Tagung in Berlin „Gemeinsam. Neu. Gewohnt. Generationengerecht leben in Stadt und Land.“

08.10.2015 Treffen III im Rathaus zur städtebaulichen Planung. Der Leiter des Stadtbauamtes verspricht den Lageplan 7a in Baurecht umzusetzen, allenfalls „kleine Nachjustierungen“ könnten noch möglich sein. Die Lage der Höfe soll in Baufenstern festgehalten werden. Die Pflege.sh wurde zuvor von der Politik ausgeladen, da von Lobbyisten eine Konkurrenz zu vorhandenen Einrichtungen gesehen wurde. Ein Träger wollte in einem Gebäude eine Demenz-Wohn-gemeinschaft betreiben.

07.10.2015 Die Stadt Husum lässt ihre Pläne zur Erstaufnahmeeinrichtung notgedrungen fallen. Es werden sehr viele Container für Geflüchtete angeschafft, die nie bezogen wurden.

06.10.2015 weitere Artikel in den HN: „Wir haben es schon immer gewusst: Wohnprojekte sind die Zukunft. CDU“ Siehe unter „Presse“ in statthus.de

05.10.2015 großer Artikel in den Husumer Nachrichten: „Wohnprojekt bekommt 200.000 € vom Bund“. Siehe unter „Presse“ in statthus.de

31.09.2015 Wir erfahren über Umwege, dass die Stadt Husum aus der Schule eine Erstaufnahmeeinrichtung machen wird. Trotz Nutzungsvertrag werden wir nicht mal gefragt. Wir sind kurz vor dem KO. Wir beschließen, unsere Kontakte zur Presse zu nutzen und so die Förderung durch die Presse zu veröffentlichen. Die Fraktionen werden nun über die Fördermittel informiert.

29.09.2015 Der Leiter des Stadtbauamtes bekommt von uns zwei Lagepläne. Der Lageplan 7a findet seine Bewunderung, da eine sehr kurze Erschließung mit einem Angebot an das ganze Quartier verbunden ist. Wir hatten uns in einem anstrengenden Prozess für diesen Lageplan entschieden. In diesem Falle ging es um eine Mehrheitsentscheidung. Später verlassen zwei Mitglieder deshalb das Projekt. Das war ein Fehler. Wir haben uns einer Fristsetzung der Stadt Husum gebeugt und unser Konsensverfahren ausgesetzt. Die Stadt Husum hätte warten müssen.

13.09.2015 Tag des offenen Denkmals, wieder das einzige Denkmal in Husum, laut Liste

11.09.2015 wir entscheiden uns für unsere Architekten: planerkollektiv

08.09.2015 Treffen II im Rathaus zur städtebaulichen Planung. Die Pflege.SH stellt ihr Konzept vor und wir sehen viele Gemeinsamkeiten. Auch der zweite Entwurf des Architekten der Stadt Husum übergeht komplett unsere Wünsche, sogar unser geplanter Neubau ist verschwunden. Wir einigen uns auf folgendes Vorgehen: Die Gruppe staTThus entwickelt mit dem neuen Architekten selbst einen Lageplan und der Investor,  sagt zu, mit jedem Lageplan zurechtkommen zu können.

30.08.2015 Zusage der Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland. Wir halten dies zunächst geheim, weil wir befürchten, dass die Stadt gierig wird. Später tritt genau das ein.

07.08.2015 Treffen beim Bürgermeister mit dem Liegenschaftsamt und dem Kämmerer. Wir erzielen Einigkeit in der Einschätzung, dass die Wertermittlung einen entscheidenden Fehler hat: Die Baukosten für den Altbau sind wesentlich zu niedrig angesetzt, etwa 2/3 der Neubaukosten. Wir halten einen anderen Kaufpreis von für realistisch und staTThus soll die Politik überzeugen, die Verwaltung erarbeitet eine Vorlage für den Hauptausschuss.

Heiße Phase der Verhandlungen mit der Stadt Husum beginnt. Die neue Gruppe hatte den Architekten der alten Gruppe übernommen. Die neue Gruppe wollte das Schulgebäude umnutzen und einen Neubau errichten, nur auf der Hälfte des Grundstücks. Das Stadtbauamt hat diesen Architekten zusätzlich mit der Überplanung des kompletten Grundstücks beauftragt. So kam es zu Interessenskonflikten.

23.04.2015 Von der AktivRegion-Nord bekommen wir über Karla Kresel den Tipp der Ausschreibung zu den Fördermitteln. Am 31.05.2015 ist Abgabetermin. Wir entwickeln alle zusammen das Konzept dazu und schaffen es rechtzeitig.

17.04.2015 Absage der GeWoBa-Nord, wir müssen eine eigene Genossenschaft gründen.

12.02.2015 Wir geben die Hausmeisterwohnung für die Unterbringung von Geflüchteten frei. Es ziehen zwei Geflüchtete ein, wir versuchen, weiteren Platz frei machen zu können.

23.01.2015 Fotostudio eröffnet mit Tag des offenen Studios

10.01.2015 Wohnprojekt-Samstag mit allen Mitgliedern bei Spielen, Essen und ersten Eintragungen in ein Bild: Wer möchte wo wohnen?

27.11.2014 Das Gebäude wird wieder beheizt. Bei einer Kontrolle, ob die Heizung läuft, finden zwei Mitglieder eine Gruppe Obdachloser vor der Tür. Die Zwei schämen sich, weil ein leer stehendes Gebäude für viel Geld und CO2 beheizt wird, Obdachlose jedoch nichts davon haben. Die Mitglieder benutzen einen anderen Eingang, um die Obdachlosen nicht zu stören und um sich um die Situation herum zu mogeln. Später berichten die zwei Mitglieder den anderen Mitgliedern von dem Erlebnis. Hier wird in weiten Teilen jedoch eine Angst geäußert, die Obdachlosen könnten das Gebäude schädigen. Es werden Gedanken diskutiert, die eine Art "Bürgerwehr" zur Konsequenz gehabt hätten. Wir haben dies in der Gruppe nicht genügend ausdiskutiert und verarbeitet. Das war ein Fehler. Bei einer genügenden Verarbeitung hätte es dazu kommen können, dass Mitglieder das Projekt verlassen, weil sie lieber eine Bürgerwehr organisiert gehabt hätten, als Verständnis oder Hilfe für Obdachlose aufzubringen. Wir haben das Thema einschlafen lassen. Das war der eigentliche Fehler. Wenn eine Gruppe an solchen Themen zerbrechen könnte, wird sie auch später an einem ähnlichen Thema zerbrechen, welches sich noch nicht gezeigt hat. Es ist besser, wenn das ganze Projekt dann aufgibt, als Mitglieder in den eigen Reihen zu haben, die keine Empathie gegenüber schwächeren Mitgliedern der Gesellschaft haben und ihren eigenen Vorteil über alles andere stellen.

06.11.2014 Parlamentarischer Abend. Die von uns eingeladenen Stadtverordneten werden von
uns mit einem Workshop überrascht.

Oktober 2014 Nutzungsvertrag für das Gebäude

22.09.2014 Markt der Möglichkeiten im NCC

14.09.2014 Tag des offenen Denkmals, von staTThus organisiert.

13.09.2014 Besuch bei den „frischen Bauern“ in Meldorf mit Infos zu dem Model „Miethäusersyndikat“
04.09.2014 Wohnprojektetage in Hamburg

07.08.2014 Besuch beim Projekt GaGa in Stade

17.07.2014 Brief mit dem Wunsch zur Kooperation an die GeWoBa-Nord

14.07.2014 BISS-Fest zusammen mit dem Jugendzentrum in der Schule und auf dem Gelände

 

19.06.2014 Glaskasten der Schule wird in Besitz genommen, wir bekommen einen Schlüssel für alle Räume. Die Vornutzung des Gebäudes beginnt: Atelier, Fotostudio.

Grundsätze der Gruppe staTThus

In der Gruppe staTThus war von Beginn an die Entscheidung im Konsens eine Bedingung für die Aufnahme neuer Mitglieder und aller Entscheidungen im Prozess. Es gab lediglich eine Ausnahme in der frühen Zeit (Entscheidung zum Lageplan, Oben abgebildet) und eine in der späten Phase vor dem Baubeginn (Ausschluss eines Mitglieds aus der Genossenschaft). Wir hatten die Entscheidungen im Konsens immer als haltbar erlebt, wesentlich haltbarer als Mehrheitsbeschlüsse einer Abstimmung. Widerstände müssen dennoch beachtet werden. Wenn hohe Widerstände sichtbar verbleiben, auch wenn die Entscheidung in einem Konsens getroffen wurde, kommen diese Widerstände später zur Geltung. Das haben wir lange Zeit nicht beachtet, was ein Fehler war.

10.11.2013 Gründung der neuen Gruppe mit 7 Mitgliedern (selbst die aufrechten 7 genannt). Die Gründungsmitglieder waren also zuvor alle Mitglied der Gruppe Trommelberg (zwei der staTThus Gründungsmitglieder sind noch immer Mitglied der staTThus Genossenschaft, verlassen das Gebäude jedoch September 2020). Die Gruppe staTThus (damals noch ohne diesen Namen) entscheidet sich 2013 dafür, von vorn anzufangen. Alle Entscheidungen der alten Gruppe gelten nicht mehr. Neuer Name, neue Leitlinien, neues Konzept. Wir treffen uns im Dachgeschoss des Speichers oder privat bei Mitgliedern. Es gibt wenig Aufzeichnungen aus den ersten Monaten. Ab dem 17.Juni 2014 gibt es den internen BLOG als Austauschmedium.

04.11.2013 erstes Gespräch der neuen Gruppe mit dem Bürgermeister und dem Kämmerer

10.10.2013 Stadt Husum erklärt die Verhandlungen für beendet.
Danach gab es die letzte Zusammenkunft der Gruppe Wohnprojekt Trommelberg. Die aufrechten 7 wurden zu Verrätern erklärt und als Schuldige des Scheiterns gebrandmarkt.

04.10.2013 Kampfabstimmung im Plenum „Wohnprojekt Trommelberg“ unter denkwürdigen
Umständen. Die aufrechten 7 hatten eine externe Gesprächsführung erbeten, das wurde von
der Kerngruppe abgelehnt.

Hier die "Keimzelle" der Gruppe staTThus

So begann es im September 2013. Die Kerngruppe der Initiative Trommelberg hatte sich mit der Politik und der Verwaltung verhakt, oder/und auch umgekehrt. Sieben Mitglieder der Gruppe Trommelberg waren mit den Bedingungen der Stadt Husum zwar nicht glücklich, aber sie waren der Meinung, dass es so geht. Die Alternative wäre gewesen: In Husum gibt es kein Wohnprojekt.

 Wohnprojekt Trommelberg

Das Projekt "Trommelberg" startete um und bei 2009 und hatte sich das komplette Gelände der ehemaligen Volksschule "Osterhusumer Schule" vorgenommen. Gestartet aus zwei unabhängigen Gruppen hatte der damalige Leiter des Stadtbauamtes früh Kenntnis vom Schulkarussell. Die Osterhusumer Schule war eine Sonderschule für Lernbehinderte und damit ein Auslaufmodell. Die Inklusion würde dafür sorgen, dass dann aus dem Förderzentrum (neuer Name mal wieder) die Schüler*innen in andere Schulen verteilt würden. Die Pestalozzischule, als Schule ohne Schüler, gibt es noch immer, in der Schobüller Straße nämlich. Zuletzt waren es noch zwei Klassen, die in dem Gebäude mit fast 2.000 qm untergebracht waren.
Es war ein langer Weg, der von der Gruppe Trommelberg zu gehen war. Das erste Projekt, an einem Ort einer Kleinstadt, hat es besonders schwer. Das erste richtige Wohnprojekt an der Westküste noch schwerer. Die Politik und Verwaltung hatten keine Ahnung, was ein Wohnprojekt ist, wie viel Mehrwert ein solches Projekt der Kommune bieten kann. Es gab eine hohe Fluktuation bei den Interessent*innen und es mussten viele Interessen*innen gefunden werden. Es ging um mehr als 60 Wohnungen. Der Start war unendlich schwierig, die Verhandlungspartner kamen nicht zusammen zu einem gemeinsamen Verständnis. Dazu später mehr, bei dem Modellprogramm der BRD kommt dies wieder deutlich zum Vorschein.

Besonders pikant war, dass die Politik, ausgerechnet bei einem Wohnprojekt, zum ersten Mal eine Quote bei öffentlich gefördertem Wohnraum forderte. Private, kapitalistische, Investoren sprachen später von "Enteignung", wenn bei Ihnen eine solche Quote gefordert wurde und dann später dann wieder verschwand. Eine Quote für Wohnprojekte ist widersinnig, weil sich erst die Gruppe findet und dann nachgesehen wird, wie viel Wohnraum für Mitglieder mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung gestellt werden muss. Sonst müsste die Gruppe gezielt Menschen mit WBS finden und das ist nicht das Ziel. Das Ziel ist eine gut zusammen passende Gruppe. Später kam dies auch bei Gesprächen der staTThus-Gruppe mit der Investitionsbank wieder zum Vorschein und ich gehe fest davon aus, dass die Kommune Husum dies bis heute nicht verstanden hat.
Die Gruppe lief an, es wurden Arbeitsgruppen gebildet und Veranstaltungen durchgeführt. Interessant war die Art, wie die Leitgedanken der Initiatoren (Kerngruppe) erhalten werden sollten. Natürlich haben die Initiatoren ein hohes Recht, dass ihre Zielsetzung bei der Gruppenarbeit und dem gesamten Prozess nicht verloren geht. Vielleicht wäre es besser gewesen, dies so auch offen zu kommunizieren. Ich war hier auch zeitweise dabei und diese nachträglich deutlich gewordene Problematik war ebenfalls in der Gruppe staTThus ein Thema, später. Die Gruppe Trommelberg ist zum Jahreswechsel 2013/2014 implodiert. Es ging zuletzt noch immer um die Frage, wie die Stadt Husum die Quote durchsetzen will und um die Frage, ob eine weniger hohe Strafzahlung bei Verfehlung der Quote akzeptabel ist und um eine geringe Senkung des Kaufpreises, die unbedingt durchgesetzt werden sollte.

Michael Graf