statthus - Exklusiv

Diese Internetseite ist nicht die "offizielle" Seite der Genossenschaft.

Das Modellprojekt der BRD "Wohnprojekt staTThus" ist in entscheidenden Punkten verändert worden. Der Weg geht weg von den klar umrissenen Leitlinien eines basisdemokratischen "linken" Projektes, hin zu einem Projekt mit einer Hierarchie von Oben herab: Der Vorstand entscheidet aufgrund seiner Positionierung oberhalb der Gemeinschaft.

Nun könnte man sagen: Das kann passieren, weil jedes Projekt einem dynamischen Prozess unterzogen sei.

Hier handelt es sich gerade nicht um einen Prozess.In einem dynamischen Prozess hätte jedes Mitglied seinen Beitrag zu diesem Prozess leisten können. Selbstverständlich müsste jedes Mitglied an einer Umgestaltung eines basisdemokratischen Projektes teilhaben können, sonst ist es ab dem Moment, wo dies nicht mehr möglich ist, kein basisdemokratisches Projekt mehr.

Das Projekt wurde gespalten, und zwar bewusst. Zitat: "Die 19 Partien [von 23], die sich noch einig sind". Eine Gruppierung ist zufrieden mit der Übernahme der Macht durch die Vorstände, dem Aufsichtsrat und selbst ernannten "Beiräten". Eine andere Gruppierung konnte der Übernahme der Macht nichts mehr entgegensetzen, weil sie zunächst nichts davon ahnte und dann mit aller Macht ausgegrenzt wurde. Dies ging so weit, dass ein Mitglied des Vorstands zum Rücktritt bewegt wurde, die Schlösser des gemeinsamen Büros (in den Gemeinschaftsflächen enthalten) ausgetauscht, der interne BLOG zensiert, die Internetseite gekapert und die Gruppe "erweiterter Vorstand" die Machtübernahme per Protokoll zementierte. Mitglieder, die zufälligerweise gerade Vorstände waren (Rotationsprinzip als Verwalter*innen), leiten aus ihrem Amt eine Befugnis ab, in abgetrennten Sitzungen im Namen der Mitglieder Entscheidungen treffen zu dürfen. Diese Entscheidungen werden den Mitgliedern dann per Protokoll mitgeteilt. Möglicherweise gibt es auch Mitglieder, die sich nicht klar einer Gruppierung zuordnen lassen. Der Spaltungsdruck macht diese Mitglieder zu nicht angehörten Mitgliedern.

Ein dynamischer Prozess wäre es gewesen, wenn alle Mitglieder des Wohnprojektes zusammen eine Neuausrichtung vorgenommen hätten. Dieser dynamische Prozess hätte in einer extern begleiteten Mediation vorgenommen werden sollen. Die zuvor gemeinsam beschlossene Mediation wurde den Genoss*innen der staTThus eG vorenthalten. Von wem wurde dies entschieden? Das ist die entscheidende Frage, der sich die verbleibenden Mitglieder des Wohnprojektes stellen müssen: Wer hat es euch erlaubt, die neue Ausrichtung als eine Entscheidung der Gemeinschaft darzustellen? Vier Partien mit zusammen 7 Mitgliedern verlassen das Projekt, weil sie sich mit dem Projekt nicht mehr identifizieren können. Ist dies ein dynamischer Prozess? Es wäre ein dynamischer Prozess gewesen, wenn vor der Machtübernahme auch nur ein Mitglied im Plenum gesagt hätte: "Ich will kein basisdemokratisch ausgerichtetes Projekt mehr. Ich habe es gewusst, worauf ich mich einlasse, aber jetzt will ich etwas anderes." Dies hätte in einer Mediation geschehen können und alle Möglichkeiten eröffnet.

Auf dieser Internetseite geht es darum, Fehler bei der Entwicklung und im Zusammenleben eines Wohnprojektes zu vermeiden. Mit dem Gewinn einer Ausschreibung zu Fördermitteln als Modellprojekt der Bundesrepublik Deutschland, ist das "Wohnprojekt staTThus" eine Verpflichtung eingegangen, das Wissen aus der Realisierung und dem Zusammenleben an spätere Projekte weiter zu geben. Dies ist eine wesentliche Bedingung zur Verwendung der Fördermittel. Auf der Internetseite der Genossenschaft*² wird dieser Bedingung nicht entsprochen. Gerade nach einer schwerwiegenden Spaltung des Wohnprojektes ist dies nach meiner Interpretation der Förderbedingungen jedoch dringend notwendig.

Michael Graf

Weiß jemand etwas über den Verbleib der Basisdemokratie?

Ein Lehrstück: Wie man das Plenum wegputscht

staTThus Exklusiv

Entscheidungsfindung

NEU: ein Ratespiel unter Geschichte

 

*² Die Seite der Genossenschaft ist umgezogen: staTThus-Husum.de Die genannte Internetseite wurde per Kopieren und Einfügen aus der bisherigen Internetpräsenz übertragen. Da Nutzungsrechte an vielen Fotos entzogen wurden, musste die verlinkte Seite inzwischen stark verändert werden.