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staTThus

Diese Internetseite ist nicht die "offizielle" Seite der Genossenschaft. *²

freie Wohnung

NEU: ein Ratespiel unter Geschichte

 

 

*² Die Seite der Genossenschaft ist umgezogen: staTThus-Husum.de Die genannte Internetseite wurde per Kopieren und Einfügen aus der bisherigen Internetpräsenz übertragen. Da Nutzungsrechte an vielen Fotos entzogen wurden, musste die verlinkte Seite inzwischen stark verändert werden.

Machtmissbrauch

„Die Missbraucher wissen, dass sie missbrauchen“ – eine der Erkenntnisse, die Petra Morsbach in ihrem Buch „Der Elefant im Zimmer: Essays über Machtmissbrauch und Widerstand“ vermittelt. Es soll auch Hilfestellung sein für den Widerstand, sagt sie.

Dies ist ein Zitat aus einer Buchvorstellung im Deutschlandradio Kultur

Petra Morsbach über „Der Elefant im Zimmer“ - Die Systematik des Machtmissbrauchs

Ich gebe diese Buchempfehlung gerne weiter, weil ich dann nicht mehr viel schreiben muss. Zu den Fällen des Machtmissbrauchs im staTThus hier dennoch Beispiele:

  • Im Plenum am 4.3.2020 verkündete die Gesprächsleitung nach der Begrüßung eine Änderung der Tagesordnung. Die Tagesordnung kann nur das Plenum ändern, nicht die Gesprächsleitung. Ein Einwand verhallte. Es gab eine Vorrede zum neuen Tagesordnungspunkt, jedoch keinen Titel. Folgendes wurde verkündet: Die gerade eingeübte gewaltfreie Kommunikation sei ja schön und gut, aber nun wolle die Gesprächsleitung darauf verzichten. Vier GenossInnen wurden in einer Vorrede der Gesprächsleitung namentlich für alles verantwortlich gemacht, was im Projekt als Druck empfunden wird: Arbeiten am Gebäude (wir mussten aus Geldmangel heraus einige Arbeiten selbst ausführen), Instandhaltungen, die Veranstaltungen (Tag des offenen Denkmals oder Märkte), die anstrengenden Gruppentreffen mit dem Ringen um den Konsens. Gleich nach den ersten Sätzen zu den namentlich genannten Mitgliedern, haben die zwei Anwesenden einen Stop oder eine Pause erbeten, weil sonst dieses Vorgehen automatisch in einer Mediation enden würde. Das Mitglied, welches für die Rednerliste zuständig war, erklärte, dass die Geschprächsleitung dieses Vorgehen weiter führen dürfe. Eine Gesprächsleitung dürfe dies. (Hier war der Punkt erreicht, an welchem die namentlich zu verurteilenden Mitglieder das Plenum hätten verlassen müssen.) Die Rednerlistenführerin wurde von fast allen weiteren Mitgliedern unterstützt, es ging weiter im gleichen Stil. Man muss dazu sagen: Alle Mitglieder, die schon etwas länger dabei sind, wissen genau, dass dies im Chaos enden würde, und somit nicht passieren darf. Wir haben bereits zwei Mediationen durchgeführt, deren Anlass oder Beginn, ganz genau so entstanden waren.
    Nach der längeren Vorrede ging die Gesprächsleitung dann auf den Vorfall ein, den anscheinend schon viele Mitglieder kannten: Eine Familie hatte beschlossen, dass sie nicht mehr im staTThus wohnen wolle und sich nun ein Eigenheim erwirbt. Der eingeleitete Bogen der Gesprächsleitung mündete darin, dass die Vier zuvor angegangenen Mitglieder auch für den Auszug der Familie verantwortlich seien. Es gab von vielen GenossInnen eifriges Kopfnicken, nur eine Genossin hatte versucht, zu retten was zu retten ist. In der späteren Pause, nachdem schon alles gesagt war, bat ich den Gesprächsführer zur Seite und sagte ihm, dass er seine Macht missbrauche. Der Gesprächsführer explodierte und nahm dann am weiteren Verlauf des Plenums nicht mehr teil.
    Die Verurteilten wurden so sehr vorgeführt, diskreditiert und diffamiert, dass sie fortan im Projekt nicht mehr leben konnten. Sie wurden, zusammen mit zwei weiteren Partien, praktisch vom Leben im Projekt ausgeschlossen. Diese zwei weiteren Partien haben die Macht nicht missbraucht, den Hinweis darauf allerdings mit dem Auszug aus dem Projekt bezahlt. Die Familie (um deren Auszug es ging) hat später erklärt, dass die vier Verurteilten nicht daran schuld seien, dass sie ausziehen würden. Die Erklärung kam erstens etwas spät, zweitens wollten die anderen Mitglieder dies nun nicht mehr hören.
    Im Effekt wurden die vier im Plenum verurteilten Mitglieder nicht gefragt, wie es ihnen gehe. Es wurde kein Kontakt aufgebaut, wochenlang nicht. Das Projekt war gespalten, die Mehrheit versammelte sich um den Menschen, der seine Macht missbraucht hat. Sie nahmen nicht war oder wollten es nicht sehen, dass nicht die vier Verurteilten den gemeinsam vereinbarten Weg verlassen haben, sondern alle anderen (bis auf die vier Partien). Sie haben im weiteren Verlauf jede Verletzung der gemeinsam festgelegten Regeln mit getragen oder zumindest nichts dagegen unternommen. Kein Mitglied aus dieser bisher schweigenden Mehrheit, sei hier nochmals erwähnt, wollte einen Machtmissbrauch erkannt haben. Nach den Informationen aus dem Buch ordne ich das so ein: Sie wollten es nicht mehr zugeben, weil sie gleich zu Beginn eine Festlegung getroffen haben.
  • Der interne BLOG des Wohnprojektes staTThus besteht seit Anfang 2014. Ich habe den BLOG eingerichtet und technisch betreut, ohne damit viel Arbeit zu haben. Der BLOG war ein Medium, in dem überwiegend Informationen zugänglich gemacht werden sollten und hatte auch andere Aufgaben: Die Tagesordnung des Plenums festlegen, sei hier genannt. Es sollte für alle transparent abgebildet werden, was beispielsweise die Gruppe macht, die als "Kontaktgruppe" bei den monatlichen Treffen mit der STATTBAU-Hamburg und den Architekten und Ingenieuren teilnimmt. Es sollte hier eine Mitbestimmung möglich sein, weil alle Informationen für alle verständlich aufbereitet wurden. Es liegt nahe, dass ab und an auch diskutiert wurde, im BLOG. Es hat sich mehrmals herausgestellt, dass der BLOG für Diskussionen eher nicht geeignet ist.
    Nachdem wir das Plenum wegen der Infektionsgefahr durch Covid-19 aussetzen mussten, sollte das Plenum dennoch auch begrenzt als Diskussionsplattform genutzt werden.
    Die Diskussionen im BLOG gestalteten sich schwierig. Es ging zeitweise zu, wie in offenen Diskussionsforen im Internet. Die Betreuung des BLOG hatte ich zuvor abgegeben, weil ich mir nicht mehr sicher war, im Projekt weiter leben zu wollen.
    Im weiteren Verlauf des ersten genannten Beispiels, erfanden die Vorstände der Genossenschaft, zusammen mit dem Aufsichtsrat und selbst ernannten sogenannten Beiräten, die Zensur im BLOG. Mitglieder aus vier Wohnungen durften keine Beiträge mehr schreiben, egal wer es aus diesen Wohnungen auch immer war, da wurde nicht differenziert. Man durfte Beiträge "zur Überprüfung einreichen", ohne zu wissen, wer aus welcher Berechtigung heraus was nach welchen Kriterien prüfen wolle. Die Zensoren kümmerten sich um "eingereichte Beiträge" allerdings nicht und lasteten dies dann wieder den Verfassern der "eingereichten Beiträge" an. Es wurde geschrieben, man "solle sich im Sinne des Projektes äußern" (Zitat aus dem Beitrag der Zensoren). Eine Kritik der zensierten Mitglieder an diesem Machtmissbrauch wurde nicht zugelassen, allerdings von wem nicht? Keine Kritik der anderen Mitglieder an diesem erneuten Machtmissbrauch, der nur dadurch möglich wurde, weil ein Mitglied die Zugangsdaten als Administrator des BLOG besaß und dieses Machtgefälle nutzte. Dazu gibt es auch eine Herleitung in dem Sachbuch von Petra Morsbach.

Geschrieben von Michael Graf

Eskapismus

Ich möchte euch berichten, wie es mir geht:

Ich habe mich elf Jahre mit der Realisierung des Wohnungsprojektes befasst. Vier Jahre davon in Vollzeit. Eine Heimat hatte ich gefunden und war stolz darauf. Ich habe mich sicher gefühlt, so sicher, dass ich mir nicht vorstellen konnte, was jetzt passiert ist: Das Dach über meinem Kopf brannte, nach knapp über einem Jahr des Wohnens unter einem Dach. Nachdem das Dach brannte, habe ich nach Helfer*innen gesucht, um das Feuer zusammen löschen zu können. Es fanden sich Helfer*innen, vielen Dank dafür. Sie schlugen eine Feuerwehr vor, die nach Lösungen für die gemeinsame Eindämmung des Feuers suchen sollte. Die Feuerwehr war von den weiteren Bewohner*innen als zu teuer eingestuft worden, oder nicht ganz genau die, die nun besonders geeignet sein könnte. Man möge nach einer geeigneteren Feuerwehr suchen. Alternativ konnte man kein Feuer entdecken. Also brannte es weiter. Ich musste versuchen, das akute Feuer zu löschen und hatte keine Zeit für andere Dinge. Ich habe meine gemeinschaftlichen Arbeiten eingestellt und damit den Gaffern Angst gemacht, die dem Brand weiter in Ruhe zuschauen wollten. Das Dach brannte nieder und machte mich heimatlos. Das Feuer griff auf die Dächer meiner Helfer*innen über, sie wurden ebenfalls heimatlos. Man durfte nicht mehr löschen, der Brand werde es schon richten. Feuerwehrleute werden ausgegrenzt.
Ich habe dann eine Unterkunft gefunden, mit Dach, aber ohne Heimat. Inzwischen werden von den Gaffern Menschen namentlich in Täter und Opfer eingeteilt: Ich bin ein Täter, da ich den Brand als solchen gesehen habe. Ich mache einen Urlaub und verlasse meine neue Unterkunft, in der Hoffnung, den Brandgeruch für ein paar Tage verlieren zu können. Ich komme in meine Unterkunft zurück und muss mit Tränen in den Augen wieder realisieren: Ich bin heimatlos.

Michael Graf

 

Zur Erläuterung: Die Feuerwehr wurde in unserem ehemalig gemeinsamen Grundgerüst genau beschrieben. Es wurde auch beschrieben, wann sie zum Einsatz kommen sollte. In der Präambel der Teilungserklärung, als Gemeinwesen entschieden, steht es unmissverständlich drin. Hier ein Auszug aus der Teilungserklärung...

Präambel aus der Teilungserklärung:

Der Wille der Eigentümer ist es, auf diesem Grundbesitz unter gemeinschaftlichen und
sozialen Gesichtspunkten ein gemeinsames Wohnprojekt zu schaffen, das soziale
Qualität ermöglichen und insbesondere nachbarschaftliche Unterstützung und Hilfe
fördern soll.
Die Eigentümer haben hierzu bereits in dem Jahr 2013 ihre Vorstellungen und Ziele,
insbesondere bezogen auf das Zusammenleben, die Finanzierung, die Mitbestimmung
der Gemeinschaft, Ökologie, Inklusion, Gesellschaftsform und bauliche Gestaltung im
einzelnen definiert und seitdem fortgeschrieben.

 

Die Eigentümer sind sich darüber einig, dass dieser grundlegende Gemeinschaftsgedanke
für die Auslegung dieser Teilungserklärung einerseits, für zukünftige Entscheidungen
und Beschlüsse andererseits, maßgeblich sein soll.
Bei wesentlichen Meinungsverschiedenheiten soll dabei eine Mediation als Ausdruck
einer gemeinsam gefundenen Lösung einer endgültigen Entscheidung vorangehen.

 

Die genannte Mediation wurde zusätzlich in einem systemischen Konsens als notwendig entschieden. Sie fand nicht statt. Stattdessen verlassen nun sieben Menschen das Projekt.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich will dort nicht mehr leben, ich will nicht zurück. Das liegt nicht an der Grundidee, nach der viele andere Projekte erfolgreich leben. Es liegt an den Menschen, die sich im staTThus gefunden haben und den Gedanken des Konsens entweder nicht verstehen oder nicht verstehen wollen oder tatenlos dabei zusehen, wie Ausgrenzung, Mißtrauen und eine Säuberung vor ihren Augen geschehen.

 

So steht es noch immer auf der Homepage des Projektes (ohne die hier vorgenommenen Streichungen):

 

statt alleine - gemeinsam

statt Fassade - auch das Dahinter

statt wegwerfen - reparieren

statt verschwenden - nachhaltig nutzen

statt Luxus - guter Gebrauchswert

statt ausgrenzen - zusammenführen

statt gegeneinander - miteinander

 

Diese Statements waren auf einem Flyer ausgedruckt, der Im Jahr 2013 entstanden ist. Nach dem 4. März 2020 ist davon nicht viel übrig geblieben. Vier Mitglieder wurden am 4.3.2020 in einer Sitzung des Plenums von der Gesprächsleitung und der Sekundantin in einem unwürdigen Schauspiel verurteilt, zwei davon in Abwesenheit. Das Urteil lautete:

Gleicher als Gleich

Im Plenum am 4.3.2020 verkündete die Gesprächsleitung eine Änderung der Tagesordnung. (Die Tagesordnung kann nur das Plenum ändern, nicht die Gesprächsleitung. Das ist nun gleichgültig.) Die gerade eingeübte gewaltfreie Kommunikation sei ja schön und gut, aber nun wolle die Gesprächsleitung nicht auf Gewalt verzichten. Einen Titel hatte der neu eingefügte Tagesordnungspunkt nicht. Vier GenossInnen wurden in einer Vorrede der Gesprächsleitung namentlich für alles verantwortlich gemacht, was im Projekt als Druck empfunden wird: Arbeiten am Gebäude (wir mussten aus Geldmangel heraus einige Arbeiten selbst ausführen), Instandhaltungen, die Veranstaltungen (Tag des offenen Denkmals oder Märkte), die anstrengenden Gruppentreffen mit dem Ringen um den Konsens und vor allem anderen: Sie wurden für den Auszug einer Familie verantwortlich gemacht (die ganz andere Gründe dafür hat). Es war nicht möglich, dieses Schauspiel zu beenden, der Versuch, eine Pause einzufügen um wieder zur Besinnung kommen zu können, wurde von der Sekundantin abgebügelt. Die Gesprächsleitung dürfe das. Es gab von vielen GenossInnen eifriges Kopfnicken, nur eine Genossin hatte versucht, zu retten was zu retten ist. Die Abfolge, der Inhalt und die Wucht der verbalen Gewalt erfüllen zusammen alle Kriterien eines Schauprozesses. Ein wesentlicher Unterschied allerdings: Die zu verurteilenden wussen nichts davon, vorher. Sie wären dann dem "Plenum" ferngeblieben.

Es wurde kein Versuch unternommen, das angerichtete Chaos zurück zu holen. Keine Relativierung, keine Entschuldigung. Den Richter*innen wurde von nahezu allen Bewohner*innen ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen. Das Ergebnis: eine gespaltene Gruppe.

Aus dem Kreis der vier Verurteilten heraus, wurde dann eine Mediation vorgeschlagen. Es sollte ein neues Konzept erarbeitet werden, ein Vertrag entwickelt, nach dessen Inhalt fortan gelebt werden und der von allen GenossInnen unterschrieben werden kann. Wenn am 4.3. der Weg als Falsch angesehen wurde, müsse ein neuer Weg gefunden werden. Die Mediation wurde intern über das systemische Konsensieren als richtig erachtet, aber nicht ausgeführt. Entweder, weil das Konzept doch richtig sei, weil die Mediation Geld kosten würde oder weil man dies wieder als Druck empfinde. Stattdessen wurden die vier Verurteilten von nun an hart ausgegrenzt und in der weiteren Entwicklung gerieten zwei weitere GenossInnen in das Visier der nun handelnden hierarchischen Strukturen. Das "Corona-Kabinett" trat zusammen: neue Vorstände, im Zusammenwirken mit dem Aufsichtsrat und "BeraterInnen". Nachdem das Plenum in unseren internen BLOG verlegt wurde (Corona-Abstandsregeln), fanden selbsternannte "Beiräte", der Vorstand und der Aufsichtsrat zusammen. Das Corona-Kabinett entschied nun, obgleich beteuert wurde, es würde nichts entschieden werden. Man Entschied, das nun das Prinzip aus dem Konzept umgekehrt werde*²: Der Vorstand macht Beschlussvorlagen und das "Plenum" darf darüber entscheiden, auch nach Corona soll das so bleiben, was gleich dem ersten Protokoll der hierarchischen Struktur zu entnehmen war. Es gibt keine zuvor veröffentliche Tagesordnung, man muss sich eine Woche vorher anmelden, wenn man als Gasthörer*in teilnehmen möchte. Weiter ging es mit klar nur vom Vorstand entschiedenen Beschlüssen, bei Fragen zu den Beschlüssen des "Corona-Kabinetts gibt es zumeist keine Antwort . Es gibt Protokolle mit festgehaltenen Entscheidungen. Kleine Anmerkungen dazu, dass hier nun etwas nicht mehr so sei, wie vormals gedacht, werden bestenfalls ignoriert. Es darf keine Probleme mehr geben, weil die Probleme das Projekt nun verlassen. Wer dennoch Probleme bemerkt, behält diese besser für sich, sonst wird das Projekt exklusiv. Inzwischen ist die Sprachregelung so: "Ich habe eine andere Meinung als die Genossenschaft". Wer die Genossenschaft denn nun sei, wird dann nicht beantwortet. Man wolle dies nicht weiter vertiefen.

Nun regieren diejenigen, die kurz zuvor als vermeintlich "Gleiche" anderen Mitgliedern vorgeworfen hatten, sie seien "Gleicher als Gleich". Sie rechtfertigen dies mit ihrem Amt als Vorstände, welches sie aber erstens nur deshalb innehaben, weil das Plenum ihnen einen Auftrag zur Verwaltung der eG und WEG gegeben hat (nur die Verwaltung) und zweitens, weil sie als neue Vorstände in der Rotation gerade da waren. Es gibt tatsächlich noch eine vierte Genossin, die im Vorstand die Genoss*innen vertrat. Dieses vierte Mitglied im Vorstand wurde nun zum Rücktritt genötigt, weil sie keine Verschwiegenheit der Vorstandssitzungen gegenüber den gemeinen Genoss*innen zusichern, sondern die Transparenz weiter führen wollte.

Warum gab es keine Mediation nach dem 4.3.2020? Antwort: Eskapismus

Die Mediation wurde in unserem Verfahren systemisch konsensiert und wurde angenommen, hätte also durchgeführt werden müssen. In dieser Mediation hätten sich die Richter*innen vom 4.3.2020 in irgendeiner Form zu der geplant ausgeführten Verurteilung äußern müssen. Eine Mediator*in hätte die Verurteilung aufgearbeitet. Es gab kein Zurück mehr, als der Schaden offensichtlich wurde. Im Ergebnis ist dies eine Säuberung von Mitgliedern, die einfach weg sollten. Nach der Säuberung werde dann die Gerechtigkeit und Einigkeit erzeugt sein. Tiefe Gräben, Ausgrenzung, Zensur im BLOG und sprachliche Entgleisungen wurden zu Normalität. Mitgliedern, die nur noch das Ziel hatten, ausziehen wollten, wurde im BLOG mit dem Ausschluss aus der Genossenschaft gedroht, ohne eine Bitte der Regierung, zumindest diese Drohungen zu unterlassen. In diesen Fällen fand keine Zensur statt. Auch nach Außen wurden zuvor gemeinschaftlich getroffene Entscheidungen nun als das Werk der vier Verurteilten dargestellt. Das einigende Ziel, die Säuberung im Namen der Gerechtigkeit, schweißt die "Gruppe" zusammen und das irgendwo doch arbeitende schlechte Gewissen sorgt für ungeahnte Energie. Die im Pestalozziring verbleibenden Mitglieder benötigen die exkludierten Verurteilten, um deren Exklusion rechtfertigen zu können. Der größte geplante "Unfall" eines Wohnprojektes.

Frage an die Genoss*innen, die "sich noch einig sind":

Warum hat keine/r einfach mal gesagt, dass sie/er das Projekt anders haben wollen (grundlegend anders) und zwar vor dem 4.3.2020? Also nach dem Motto: "wir möchten die Idee einer Gleichberechtigung ohne hierarchische Struktur nicht mehr, weil wir sie für eine Illusion halten". Oder: "uns ist das so zu anstrengend, kann dies nicht bitte der Vorstand plus x entscheiden, weil uns das tatsächlich nicht interessiert". Oder... Fehlanzeige, Schweigen der schweigenden Mehrheit im Walde.

Wenn vor diesem Datum klar gewesen wäre, dass eine überwiegende Mehrheit damit zufrieden ist, wie es jetzt nach der feindlichen Übernahme läuft, dann wären die Verurteilten auch ausgezogen. Selbstbestimmt. Die weiteren zwei Partien wohl auch. Man hätte auch sagen können: "Verschwindet von hier". Wäre auch besser gewesen. Was jedoch tatsächlich richtig gewesen wäre: Die Menschen, die hier mit dem Wissen eingezogen sind, wie hier der Konsens gelebt werden soll, und dies vergleichbar zu einem Putsch*³ in ein Vorstandsprojekt umgekrempelt haben, wären ausgezogen. Dann wäre das Projekt nun allerdings fast leer gewesen. Okay, ist es auch jetzt.

 

Leitlinien staTThus Wohnprojekt. So steht es noch immer auf der Homepage des Projektes (ohne Streichungen):

 

Für unser Zusammenleben sind folgende Leitgedanken verbindlich:

 

Die Bereitschaft und der Wille zum gemeinschaftlichen Leben sind Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in unserem Wohnprojekt.

In unserem Wohnprojekt wohnen eine Vielfalt von Menschen unterschiedlichen Hintergrunds und Alters zusammen.

Wir pflegen ein achtsames und respektvolles Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Interessen.

Die Bewohner unterstützen einander mit ihren jeweiligen Erfahrungen und nach ihren Möglichkeiten. Wir leben Verbindlichkeit gegenüber dem Projekt, seinen Zielen und unseren gemeinsamen Absprachen.

Wir Mitglieder gestalten und beleben das Gebäude und das Grundstück. Dazu leistet jeder (nach seinen Möglichkeiten) seinen Beitrag.

Wenn die eigene, freiwillige Initiative an Grenzen stößt und nachbarschaftliche Hilfe nicht ausreicht, werden externe Dienstleistungen in Anspruch genommen.

Wir vermeiden hierarchische Strukturen und entscheiden möglichst in Übereinstimmung aller. Grundlegend dafür sind der Wille und die Bereitschaft zum Kompromiss.

Konflikte werden offen angesprochen und geklärt.

Alle Bewohner/innen sind gleichberechtigt.

Wir respektieren die Umwelt und leben nach ökologischen Grundsätzen.

Das Wohnprojekt ein Baustein des Stadtviertels und trägt zur kulturellen Bereicherung bei.

Das Wohnprojekt bekennt sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

 

*²Wohnprojekt in Husum und die ursprüngliche Idee

So steht es noch immer auf der Homepage des Projektes (ohne Streichungen):

 

Wir haben als oberste Entscheidungsstruktur das Plenum, in dem alle Mitglieder gleichberechtigt sind. Voraussetzung ist der Wille zum Kompromiss, wir stimmen nicht über Anliegen ab, sondern begeben uns auf den Weg zum Konsens.

Putsch-Vergleich: Der Vergleich hinkt. Hier wurde keine Machtstruktur der Herrscher*innen weggeputscht, sondern das Plenum

Plenum wegputschen

Wie macht man das, ein basisdemokratisches Plenum zu erlegen? Ein Lehrstück:

  • zunächst benötigt man Whatsapp. Damit kann man sich in einem Nebenplenum radikalisieren und Pläne schmieden
  • man sammelt Unverständnis zum Konsens, zur Basisdemokratie oder zur gewaltfreien Kommunikation, äußert dies jedoch nicht im Plenum.
  • man benötigt im richtigen Moment einen Grund, das Plenum ausfallen zu lassen. Hier war es Corona. Leider wären es ja nun zu viele Menschen auf zu wenig Raum
  • dann setzen sich Radikalisierte zusammen. Hier waren es mehr Menschen, als in den letzten 10 Sitzungen des Plenums (im Durchschnitt). Diese Gruppe nennen wir vereinfacht das Corona-Kabinett.
  • das Corona-Kabinett setzt sich zusammen aus dem Vorstand (der nur verwalten sollte), dem Aufsichtsrat (der nur verwalten sollte), und selbst ernannten "Beiräten", die allesamt mit der Basisdemokratie fremdeln.
  • im Corona-Kabinett befindet sich ein Vorstand, der bei den letzten 24 Sitzungen des Plenums 21 mal nicht anwesend war, ein Vorstand, der die mangelnde Bereitschaft der Familien bei den Arbeitssamstagen verächtlich kritisiert und sich Stunden später als deren Anwalt ausgibt und einem Vorstand, die schon vorher wusste, wer als nächstes das Wohnprojekt verlassen wird. Weil diese Menschen Vorstand sind, brauchen sie sich an Beschlüsse nicht zu halten, die vom Plenum (mit ihnen zusammen) gefasst wurden?
  • auf der Internetseite steht: Alle Bewohner*innen sind gleichberechtigt und Beschlüsse können nur im Plenum erfolgen. Daran kann man sich entweder nicht mehr erinnern oder man hat dies tasächlich noch nie verinnerlicht.
  • das Corona-Kabinett fertigt ein erstes Protokoll an: 

    <<Der Vorstand führt die Geschäfte und legt alles, was zur Beschlussfassung ins Plenum gehört, dort vor. Beschlüsse werden in der erweiterten Vorstandsitzung wie bisher nicht gefasst. Zusätzlich zum Vorstand nehmen an diesen Sitzungen der Aufsichtsrat und die eG-Gruppe teil. Diese unterstützt den Vorstand in seiner Arbeit. Dieses Vorgehen wird auch über die Corona-Zeit hinaus fortgeführt.>> Ist das kein Beschluss? Wer entscheidet, was in das Plenum gehört?

  • der Beschluss des Corona-Kabinetts lautet also: nicht das Plenum entwickelt den Prozess vom Anliegen zum Beschluss, sondern das Corona-Kabinett.
  • dieses Vorgehen wird auch über die Corona-Zeit hinaus fortgeführt, lautet der Beschluss, der nicht beschlossen wird, weil das Corona-Kabinett dies nicht tue. So steht es geschrieben.
  • Eine Tagesordnung des Corona-Kabinetts wird nicht zuvor veröffentlicht und es gibt auch keine Mitwirkung dabei. Man darf als Gast anwesend sein, aber nur nach Voranmeldung.
  • von da an, darf eine gemeine Genoss*in aus den Protokollen des Corona-Kabinetts die dort getroffenen Beschlüsse lesen. Auf Nachfragen, wie das denn nun beschlossen wurde, gibt es keine Antwort, oder die Antwort: "weil das so ist und so sein muss". Plenum gibt es nicht mehr. Wenn das Kabinett meint, man brauche eine Generalversammlung, dann ist dies die einzig verbliebene Ausformung von Mitsprache.
  • Zensur wird eingeführt: Man darf in den internen BLOG nur etwas schreiben, "wenn man sich im Sinne des Projektes" austauscht. Was im Sinne des Projektes ist, bestimmt das Corona-Kabinett. Dann werden Beiträge gelöscht oder nicht zugelassen (zur Überprüfung einreichen).
  • das Corona-Kabinett vereinbart Stillschweigen über die Vorgänge in diesem "Parlament". Weil ein viertes Mitglied im Vorstand dies nicht will, legt man ihr den Rücktritt nahe. Ganz einfach.
  • dann braucht man noch willfährige Bewohner*innen, die das schon immer so haben wollten, einfach bequem sind oder Angst haben, etwas zu kritisieren, weil sie dann ausgegrenzt werden. Der Traum vom "nur wohnen" wird wahr.
  • Vier Partien verlassen das "Projekt", weil sie dies nicht mitmachen wollen. Angenehmer Nebeneffekt: Diese Bewohner*innen nervten sowieso. Reisende soll man nicht aufhalten. Allerdings waren dies Menschen, die für die Basisdemokratie eintraten. In der Provinz ist dies wohl zu anspruchsvoll.
  • die schwere Schuld, dass man genau weiß, dass es sich um einen Putsch handelt und Ausgrenzung herrscht, sorgt nicht für eine Besinnung der Gruppe, sondern für destruktive Energie bei Ausgrenzung. Ausgegrenzt werden die vier Partien, die nun ausziehen. Man könnte diese Menschen nun in Ruhe auziehen lassen. Tut man nicht, sie werden als Täter eingestuft und diskreditiert. Die Menschen, die ihr Heil in harter Ausgrenzung suchen, stellen sich selbst als Opfer dar. Tatsächlich opfern die vier ausgegrenzten Partien ihre Idee von Gleichberechtigung im staTThus.
  • die nun regierenden Vorstände sind rein zufällig zu ihrem Posten gekommen, da eine Rotation des Amtes erfolgen sollte. Sie haben vom Plenum kein Mandat erhalten, Entscheidungen zu treffen. Macht nichts.
  • Fertig

Entscheidungsfindung

Alle folgenden Beiträge sind von mir, Michael Graf, verfasst. Es gibt hier keine Abstimmung mit Organen, Arbeitsgruppen oder einzelnen Mitgliedern. Es handelt sich um einen Beitrag auf meiner privaten Seite im Internet.

 

Entscheidungsfindung Theorie

zwei Beispiele aus der Wohnprojektewelt

 

Entscheidungsfindung staTThus

wie wurde die Entscheidungsfindung im staTThus organisiert

 

Entscheidungsfindung Fehler

welche Fehler sollten vermieden werden

 

Eskapismus

was ist der größte geplante "Unfall" in einem Wohnprojekt mit Konsensverfahren im Plenum?

Machtmissbrauch

eine Buchempfehlung: der Elefant im Zimmer